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2019 Bj. Porsche Mission E

Geschrieben von: AWall
Read Time: 7 mins
Veröffentlicht: 07. Dezember 2022
Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2023
Zugriffe: 7287
Porsche Mission E

Am 4. Dezember 2015 springt die Ampel auf Grün. "Wir machen das", hatte der Vorstand entschieden und seinem ehrgeizigen Zukunftsprojekt den Namen "Porsche Mission E" gegeben. Der interne Code ist wesentlich kürzer: J1. Die Ziele aber sind ehrgeizig. Ein Elektrosportwagen soll entstehen, ein typischer Porsche. Auf der Zeitschiene wurde genügend Platz vorgehalten, erst Ende des laufenden Jahrzehnts soll die Markteinführung über die Bühne gehen. Auf der Agenda ganz oben siedelten die Macher zwei Grundsätze an: Rentabilität und die bekannte Porsche-Performance. Der fahrerische Vergleich mit einem Porsche 918 Spyder lautet ein weiteres Ziel. Die Entwicklungsmannschaft ging frisch ans Werk, schließlich wollen die hohen Erwartungen der künftigen Kunden erfüllt werden.

 

Das Karosserie-Layout orientiert sich an einem modifizierten Panamera

Jeder weiß: Autostudien lassen sich nicht ohne Weiteres in die spätere Realität übertragen. Als Versuchsträger trat bereits 2015 eine modifizierte Form des Panamera an, der die Nähe zum 911er nicht leugnen kann. Um aerodynamische Vorgaben zu erfüllen, mussten die Entwickler tief in die Trick- und Erfahrungskisten greifen. Lösungsansätze gibt es reichlich. Als Werkstoffe der Karosserie verbaut sind Aluminium, Stahl und kohlefaserverstärkte Kunststoffe. Auffällig tief duckt sich das Auto auf die Straße, was einer Gesamthöhe von lediglich 1,30 Meter geschuldet ist. Geschickt platzierte Luftein- und -auslässe zieren den Frontbereich, die Seiten und das Heck. Damit lassen sich nicht nur die aerodynamischen Anforderungen erfüllen, sondern auch der Verbrauch reduzieren und gleichzeitig die Fahrdynamik aufwerten. Dem Überdruck in den Radhäusern begegnen integrierte Luftführungsmaßnahmen, was zudem auch dem Auftrieb zugutekommt. An der Karosserie erkennt man die Gene eines 911 GT3 RS, die breiten Kotflügel, die gepfeilte Motorhaube mit der bis ins Dach reichenden Vertiefung, die Führung der Fensterlinie und riesige Felgen aus Karbon. Umgesetzt wurde also der bekannte Spruch: "Form follows function".

Die Sportwagenoptik wird durch Scheinwerfereinheiten mit Matrix-LED-Technik im Vier-Punkt-Lichtdesign unterstützt. Die gleiche Funktion übernehmen im Heckbereich stark konturierte Radläufe, ein dunkel gehaltenes Leuchtband, der filigran wirkende Spoilerbürzel sowie eine auffallend große Diffusorschürze. Die Heckansicht wird weiter verstärkt von einem roten Lichtbogen und dem hinter Glas sitzenden und beleuchtendem Porsche-Logo.
Außenspiegel sucht man vergebens, sie sind durch Kameras ersetzt worden. Das Besondere sind gegenläufig öffnende Türen. Die Türgriffe, nahtlos in die Karosserie integriert, kommen dem Fahrer bei Annäherung entgegen.

 

Ein Hightech-Innenraum gibt Antworten auf die Zukunft

Porsche Mission E Interieur

Vier Insassen haben Platz im Porsche Mission E, sie genießen die Fahrt in leichten und sportiven Einzelsitzen aus Leder, mit Blick auf eine Cockpitlandschaft und die Mittelkonsole, die beide zu schweben scheinen. OLED-Technologie steckt hinter den fünf Rundinstrumenten, sie sorgt für einen sogenannten Parallaxe-Effekt, der in jeder Sitzposition einen freien Blick auf die Informationen der Instrumente erlaubt. Selbst das Lenkrad kann diese Aussichten nicht verdecken. Kamerasensorik erlaubt mit dem integrierten Eye-Tracking-System die Feststellung, auf welches Instrument der Fahrer gerade schaut.Er kann gleichzeitig über einen Tastendruck am Lenkrad die Auswahl treffen und entsprechend navigieren. Verbaut ist sogar eine Gesichtserkennung, die die Laune des Fahrers in ein Emoticon wandelt und sie im Rundinstrument zu erkennen gibt.

Porsche Mission E Interieur Cockpit

Per Handbewegung lässt sich das breite holografische Display zum Leben erwecken. Es folgen intuitive Gesten, mit denen der Fahrer und der Beifahrer unabhängig voneinander wichtige Funktionen steuern: Radio, Navigation, Klimaanlage, Telefon oder weitere wichtige Anwendung in Verbindung mit Fahrzeugdaten. Das "Porsche Car Connect"-System erlaubt eine Erweiterung der Funktionsumfänge von außen. Dafür reichen entweder ein Tablet oder ein Smartphone, angeschlossen an ein Highspeed-Datenmodul. Im Mittelpunkt des Geschehens aber soll jederzeit der Fahrer stehen, auf ihn sind alle Instrumente, inklusive dem freistehenden Display, ausgerichtet. Wobei die Systeme Eye-Tracking und Gestensteuerung jede Fahrt zum Vergnügen werden lassen. Bleibt nur die Frage, welche Features am Ende den Weg in die Realität finden.

 

Auch der Fahrspaß kommt nicht zu kurz

Porsche Mission E Exterieur Heckansicht

Auch der Porsche Mission E lebt von Kurvenfahrten. Alleine deshalb verfügt er über einen tiefen Schwerpunkt und eine optimierte Gewichtsverteilung, unter anderem durch die Unterbringung der Batterien im Bereich des Wagenbodens. Davon profitiert übrigens auch die Querdynamik. Der Wagen wird einen bedarfsgerechten Allradantrieb mitbringen, kann seine Vorteile künftig in der Zusammenarbeit mit dem "Porsche Torque Vectoring"-System optimal auf die Straße bringen. Dabei sind alle vier Räder lenkbar ausgelegt, die Kraft wird über 21-Zoll-Räder vorne und 22-Zoll-Pneus hinten übertragen. Bekannt ist dieses System bereits von den Typen Porsche GT3 und Porsche Turbo. Der Effekt ist klar, erlaubt es doch präzise Kurvenfahrten und/oder sichere Spurwechsel. Darauf abgestimmt ist auch das aktive Fahrwerk, ähnlich wie im Chassis des 911. Gewünschter Nebeneffekt sind Rundenzeiten von unter acht Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings.

 

800- statt 400-Volt-Systemtechnik für beeindruckende Leistungen

Es liegt in der Natur von Porsche, effiziente und leistungsstarke Antriebe zu konzipieren. Was sich auch beim Porsche Mission E nicht ändern wird. Das "E" im Namen deutet darauf hin, wie sich der Hersteller die Performance und die Mobilität der Zukunft vorstellt: Elektrisch und autonomes Fahren. Die meisten Komponenten des neuartigen Antriebs stammen aus dem Motorsport. Pate für die beiden permanenten Synchronmotoren (PSM) ist ein Porsche 919 Hybrid, bekannt und Sieger der Rennserie Le Mans.

Verteilt sind die Motoren auf Vorder- und Hinterachse, insgesamt liefern sie eine Systemleistung von stolzen 600 PS (440 kW). Einen Teil der Energie holen sie sich beim Bremsen zurück, während sie den Porsche Mission E in nur 3,5 Sekunden auf die Marke von 100 km/h katapultieren. Keine zwölf Sekunden vergehen bis auf eine Geschwindigkeit von 200 km/h, die Höchstgeschwindigkeit endet erst bei über 250 km/h. Mit diesen Daten sichert sich Porsche in der Praxis die gewünschte Alltagstauglichkeit, gepaart mit Performance und Effizienz. Ein PSM-Motor lässt sich am ehesten vergleichen mit einem typischen Porsche-Turbo in der elektrischen Form.

Porsche Mission E Exterieur

Jeder Druck auf das Gaspedal wird mit einem starken Vorwärtsdrang beantwortet, selbst bei Dauerbelastung des Antriebs bleibt es der effizienten Umsetzung der Energie. Außerdem hält sich die Entstehung hoher Temperaturen, bedingt durch kurze Abkühlphasen, eher dezent im Hintergrund. Das System erlaubt Reichweiten von rund 500 Kilometern, hängt man die Lithium-Ionen-Batterie des Porsche Mission E für nur 20 Minuten an eine Ladestation, lassen sich bereits wieder 400 Kilometer erreichen. Verantwortlich dafür zeichnet eine neu konzipierte Ladespannung von 800 Volt. Sie erlaubt kürzere Ladezeiten durch ein gleichzeitig verbautes und leichteres Ladekabel aus Kupfer mit einem geringeren Querschnitt. Im Hause Porsche wird bereits an einem Tankstellensystem gearbeitet, die das Aufladen später durch in den Boden eingelassene Spulen drahtlos ermöglichen sollen. Der Name dieses Systems: Turbo-Charging. Womit auch die noch üblichen 400-Volt-Schnellladestationen nicht der Vergangenheit angehören, sie lassen sich auch für die Batterien im Mission E einsetzen. Die Aufladung der Batterien kann alternativ auch über einen Anschluss in der heimischen Garage erfolgen.

 

Ergänzende Angaben über die Produktion 4.0

Momentan rufen Porsche-Experten einen Kaufpreis von rund 90.000 Euro auf. Für die Produktion des Porsche Mission E wurde bereits ein eigenes Karosseriewerk gebaut. Angeschlossen ist eine entsprechende Endmontagehalle, in der jedoch nichts mehr an die üblichen Montagebänder erinnert. Die einzelnen Fertigungsschritte laufen automatisiert ab, abseits der Hauptlinie ist echte Handarbeit gefragt. Facharbeiter und Roboter arbeiten also gemeinsam unter Einsatz künstlicher Intelligenz an der neuen Produktionslinie 4.0. (mv.Autor)

 

Bilder vom Porsche Mission E:

Mit einem Klick auf ein Bild öffnet sich die Galerie

  • Porsche-Mission-E-Exterieur-Frontansicht
  • Porsche-Mission-E-Exterieur-Heck-Draufsicht
  • Porsche-Mission-E-Exterieur-Heckansicht

  • Porsche-Mission-E-Exterieur-Heckperspektive
  • Porsche-Mission-E-Exterieur-Seite
  • Porsche-Mission-E-Exterieur-Seitenansicht

 

Fotos: (c) by Porsche


 

Video zum Porsche Mission E:


 

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